Zurückschneiden durch Rangbetrachtung

Das Zurückschneiden durch Rangbetrachtung (oder Trunkierung durch Rangbetrachtung oder Lokalisierung durch Rangbetrachtung)[1] ist eine in der Mengenlehre verwendete und von Tarski[2] und Scott 1955 vorgeschlagene Methode, wie man das Studium einer Klasse auf das Studium ihrer Teilmengen beschränken kann.[3]

Um dies zu erreichen, definiert man für eine Klasse die Teilklasse , wenn die Rangfunktion ist.[4] Die Existenz der Rangfunktion wird entweder durch ein spezielles Axiom gesichert oder mit Hilfe des Fundierungs- und des Ersetzungaxioms bewiesen.[5] Mit

ist eine Menge, deren Rang höchstens beträgt.

Mittels Zurückschneiden durch Rangbetrachtung lassen sich folgende Sätze beweisen:[4]

  • Für jede Relation existiert eine vorgängerkleine Teilrelation mit demselben Definitionsbereich.
  • Für jede Relation existiert eine Teilrelation mit demselben Wertebereich, deren inverse Relation vorgängerklein ist.
  • Wenn jede nicht leere Menge ein -kleinstes Element hat, dann hat auch jede nicht leere Klasse ein -kleinstes Element und für jede mengentheoretische Formel gilt:
(Verallgemeinerung des Induktionsprinzipes).
  • Für jede Menge und endlich viele Relationen existiert eine für jedes fast -abgeschlossene Menge .
  • Für jede Äquivalenzrelation existiert eine Funktion , die

erfüllt.

Einzelnachweise

  1. ↑ Auf engl.: Cutting Down Classes to Sets, auch bekannt als Scott's trick.
  2. ↑ Tarski A., General principles of induction and resursion; The Notation of rank in axiomatic set theory and some of its applications, 1955, Bull. Amer. Math., 61, S. 442–443
  3. ↑ Deiser O., Einführung in die Mengenlehre, Springer, 2004, ISBN 978-3-540-20401-5, 2.6, 2.8
  4. ↑ a b Levy A., Basic Set Theory, Springer, 1979, ISBN 3-540-08417-7, II.7
  5. ↑ Zuckerman M., Sets and Transfinite Numbers, Macmillian Publishing Co., 1974, ISBN 0-02-432110-9, 6.1