PKP-Baureihe SA102

PKP-Baureihe SA102
Typ 207M
SA102-003 in Gdynia (2008)
SA102-003 in Gdynia (2008)
SA102-003 in Gdynia (2008)
Nummerierung: SA102-001–003
Anzahl: 3
Hersteller: ZNTK Poznań
Baujahr(e): 1990 / 1992
Ausmusterung: bis 2017
Achsformel: 1'A'+1’1’+A'1'
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Puffer: 45.940 mm
Länge: 3 × 15.020 mm
Höhe: 3600 mm
Breite: 3003 mm
Gesamtradstand: 3 × 8300 mm
Dienstmasse: 82 t
Höchstgeschwindigkeit: 90 km/h
Installierte Leistung: 2 × 200 kW (272 PS)
Raddurchmesser: 920 mm
Motorbauart: Sechszylinder-Viertakt-Dieselmotor
Leistungsübertragung: hydrodynamisch
Bremse: Indirekte Bremse Bauart Oerlikon
Kupplungstyp: Schraubenkupplung
Sitzplätze: 144
Klassen: 2.

Die Baureihe SA102 waren Dieseltriebzüge der Polnischen Staatsbahn (PKP) für den Regionalverkehr. Insgesamt wurden nur drei Einheiten hergestellt, eine Serienproduktion erfolgte nicht. Die Fahrzeuge wurden bis 2017 ausgemustert.

Geschichte

Die Baureihe SA102 war die dreiteilige Variante des Typs ZNTK Posen 207M. Sie entsprachen in ihrer Konzeption den Anfang der 1970er Jahre vorgestellten tschechoslowakischen Triebwagen der ČSD-Baureihe M 152.0. Zum Zeitpunkt der Produktion waren sie deshalb bereits veraltet.

Der SA102-001 war die meiste Zeit in der Woiwodschaft Niederschlesien im Einsatz (1994 bis 1995) in Jelenia Góra, 1995 bis 1997 in Wałbrzych, 1997 bis 2001 im Raum Wrocław. Von 2006 bis 2009 wurde das Fahrzeug durch die Koleje Dolnośląskie (KD) auf der Bahnstrecke Jelenia Góra–Żagań eingesetzt, zum Schluss auch ohne Mittelwagen. Der Triebzug wurde 2017 verschrottet.

Die anderen beiden Fahrzeuge waren zu Beginn im Raum Gdynia und danach in der Woiwodschaft Pommern im Einsatz. Sie gehörten zuletzt zum Fahrzeugpark der Przewozy Regionalne, seit 2015: Polregio (PR). Der SA 102-002 befand sich zum Zeitpunkt der Ausmusterung noch in gutem Zustand. Deshalb wurde entschieden, das Fahrzeug für das Eisenbahnmuseum in Jaworzyna Śląska zu reservieren.[1]

Technische Merkmale

Im Gegensatz zum tschechoslowakischen Vorbild waren der Betrieb grundsätzlich in der Konfiguration Triebwagen + Beiwagen + Triebwagen vorgesehen. Die Fahrzeuge sind mit Regelkupplungen verbunden. Damit war eine Anpassung der Kapazität an ein veränderliches Fahrgastaufkommen durch Aussetzen des mittigen Beiwagens begrenzt möglich.

Der Wagenkasten ist aus Stahlprofilen in Spantenbauart gefertigt sowie auf zwei Einachsdrehgestellen abgestützt. Die Achsen wurden mit Schraubenfedern und Gummifedern abgefedert. Zwischen den Einachslagern und dem Wagenrahmen wurden Schraubenfedern, für die Federung zwischen Achsen und Lagern Gummifedern verwendet. Der Wagengrundriss bestand aus den beiden Führerständen, hinter denen je ein Einstiegsraum lag und dem Fahrgastraum mit 144 Sitzplätzen. Beheizt wurde der Fahrgastraum mit dem Wasser des Motorkühlsystems, für die Beleuchtung wurden Leuchtstofflampen 24 V verwendet. Zwischen den drei Fahrzeugen bestand eine Kurzkupplung sowie ein Übergang für die Reisenden.

Die Antriebswagen waren ursprünglich mit je einem Sechszylinder-Viertakt-Dieselmotor aus Landesproduktion mit 200 kW Leistung ausgestattet. Nachdem sich dieser Motor in der Praxis nicht sonderlich bewährte, wurde er gegen einen mit gleichen Dimensionen und Luftkühlung von KHD ausgetauscht. Der Motor gab seine Kraft unmittelbar an ein Strömungsgetriebe ab, dass ursprünglich auch aus Landesproduktion war, aber nach mehreren Ausfällen auch gegen eines von Voith ausgetauscht wurde. Es wurden die jeweils inneren Achsen des Motorwagens angetrieben.

Siehe auch

Literatur

  • Thomas Estler: Loks der Polnischen Staatsbahnen PKP. Transpress Verlag, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-613-71466-3.
Commons: SA101 of Polregio – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Internetseite über den SA 102-002 für das Eisenbahnmuseum Javorzyna