Otto Honegger (Architekt)

Otto Honegger (* 1876 in Zürich; † 23. Dezember 1934 in Davos) war ein Schweizer Architekt.

Leben

Otto Honegger wurde 1876 als einziger Sohn des Architekten Heinrich Honegger-Naef (1843–1907) in Zürich geboren und wuchs im vom Vater erbauten Weissen Schloss auf.[1] In seiner Heimatstadt besuchte er die «Industrieschule», d. h. das Realgymnasium Rämibühl.[2] Ob er danach gleich ein Architekturstudium an der ETH Zürich aufnahm, ist unklar.[1] Jedenfalls begab er sich in jungen Jahren nach Paris, wo er ab 1899 an der École des Beaux-Arts studierte und 1903 sein Diplom erwarb.[2] Nach seiner Rückkehr entfaltete er eine rege Tätigkeit als Architekt mit Schwerpunkt in Zürich. Er zeichnete vor allem für den Bau von Geschäfts- und Privathäusern verantwortlich und tat sich auch als Aquarellmaler hervor.[3] In einem Nachruf wurde sein architektonischer Stil folgendermassen beschrieben:

«Ob es sich um Groß- oder Zweckbauten, um Einfamilienhäuser, Villen oder Wohnkolonien handelte, was er in die Hand nahm, zeigte seine ganz persönliche Bauhandschrift bis ins kleinste Detail; Tor, Brunnen oder Portallampe waren ihm so wichtig wie Dach und Fassade und nicht zuletzt ist es immer wieder die farbliche Abstimmung, der er sich mit besonderer Liebe widmete.»

– Nachruf in der Neuen Zürcher Zeitung

Während des Ersten Weltkriegs war Honegger als Kavalleriehauptmann zweiter Adjutant von General Ulrich Wille.[3] Er starb kurz vor Weihnachten 1934 in Davos, wo er die Festtage verbringen wollte, an einem Schlaganfall. Die Abdankung fand am 26. Dezember im Krematorium Sihlfeld D statt und wurde von einer «gewaltigen Trauergemeinde» besucht.[2]

Gedenkstein

Honegger vermachte dem Verschönerungsverein Zürich (VVZ) testamentarisch 20'000 Franken, wofür ihm dieser 1935 einen Gedenkstein widmete.[4] Der Granitblock steht neben dem Berghaus Baldern auf dem Uetliberg und trägt die Inschrift:

«IN MEMORIAM
OTTO HONEGGER
ARCHITEKT
1876–1934
DEM NATURFREUND UND HOHEN GÖNNER DES VERSCHÖNERUNGSVEREINS ZÜRICH»

Werke

Schriften

  • Monographie des Neubaues der Schweizerischen Volksbank, Zürich. Fretz, Zürich 1926.

Literatur

  • Dipl. Arch. Otto Honegger in Zürich. In: Die schweizerische Baukunst. Band 8, Heft 5/6, 1916, doi:10.5169/seals-660486, S. 25–36.
  • Architekt O. Honegger †. In: Neue Zürcher Zeitung. Blatt 2. Nr. 2345, 24. Dezember 1934, S. 6 (online).
  • Trauerfeier für Architekt Otto Honegger. In: Neue Zürcher Zeitung. Blatt 2. Nr. 2352, 27. Dezember 1934, S. 6 (online).
  • Esther Fischer-Lüthi: Architekt Otto Honegger (1876–1934). Schüler der École des Beaux-Arts in Paris. 1987.

Einzelnachweise

  1. ↑ a b Architekt O. Honegger †. In: Neue Zürcher Zeitung. Blatt 2. Nr. 2345, 24. Dezember 1934, S. 6 (online).
  2. ↑ a b c Trauerfeier für Architekt Otto Honegger. In: Neue Zürcher Zeitung. Blatt 2. Nr. 2352, 27. Dezember 1934, S. 6 (online).
  3. ↑ a b Totentafel. In: Burgdorfer Tagblatt. Band 104, Nr. 302, 27. Dezember 1934, S. 3 (online).
  4. ↑ Zwei Gedenksteine am Uetliberg. In: Neue Zürcher Zeitung. Zweite Sonntagsausgabe. Nr. 1144, 30. Juni 1935, S. 10 (online).
  5. ↑ Umgenutzte Schalterhalle, Bahnhofstrasse 53/55. In: Stadt Zürich. Abgerufen am 19. Juni 2025.
  6. ↑ Eymann Lydia, Kunstkritikerin. In: langenthal.ch. Abgerufen am 18. Juni 2025.
  7. ↑ LE-Haus. In: Stiftung Lydia Eymann. Abgerufen am 18. Juni 2025.
  8. ↑ Wohnen im Park und mitten in der Stadt. In: Neue Zürcher Zeitung. 4. Februar 2003, abgerufen am 18. Juni 2025.