Molybdän(V)-fluorid

Kristallstruktur
Kristallstruktur von Molybdän(V)-fluorid
_ Mo5+ 0 _ F−
Allgemeines
Name Molybdän(V)-fluorid
Andere Namen

Molybdänpentafluorid

Verhältnisformel MoF5
Kurzbeschreibung

gelber Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 13819-84-6
PubChem 139613
ChemSpider 123127
Wikidata Q4493212
Eigenschaften
Molare Masse 190,94 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte

3,5 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

45 °C[3]

Siedepunkt

212 °C[2]

Löslichkeit
  • Hydrolyse bei Kontakt mit Wasser[4]
  • Löslich in Dimethylether und Acetonitril unter Bildung von entsprechenden Additionsverbindungen[4]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[5]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Molybdän(V)-fluorid ist eine anorganische chemische Verbindung des Molybdäns aus der Gruppe der Fluoride.

Gewinnung und Darstellung

Molybdän(V)-fluorid kann durch Reaktion von Molybdänhexacarbonyl mit Fluor bei −78 °C gewonnen werden.[1]

Alternativ erfolgt die Darstellung durch Umsetzung von elementarem Molybdän mit Molybdän(VI)-fluorid bei 60 °C mit einer Ausbeute von 75 – 80 %[4]:

Eigenschaften

Molybdän(V)-fluorid ist ein gelber, hydrolyseempfindlicher Feststoff, der an der Luft raucht.[1] Seine Kristallstruktur kann als zyklisches Tetramer [MoF5]4 aus verzerrten Oktaedern beschrieben werden. Es handelt sich um den Namensgeber des MoF5-Strukturtyps.[6]

Die in der Literatur angegebene Schmelztemperatur von über 60 °C widerspricht neueren sowohl thermographisch als auch visuell in einer dünnwandigen Quarzkapillare ermittelten Werten von etwa 45 °C. Das Fehlen einer vollständigen chemischen Analyse in den älteren Quellen legt das Vorhandensein von Beimischungen von Molybdän(VI)-oxidfluorid MoOF4 (Schmelzpunkt 98 °C) in den synthetisierten Zubereitungen nahe, was den Schmelzpunkt erheblich erhöhen kann.[3][7]

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c d Georg Brauer, unter Mitarbeit von Marianne Baudler u. a. (Hrsg.): Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band 1. Ferdinand Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 266.
  2. ↑ a b webelements: Periodic Table of the Elements | Molybdenum | tetramolybdenum_eicosafluoride
  3. ↑ a b Ya. V. Vasil'ev, A. A. Opalovskii, K. A. Khaldoyanidi: Magnetic properties of molybdenum pentafluoride. In: Bulletin of the Academy of Sciences of the USSR Division of Chemical Science. 18, 1969, S. 231, doi:10.1007/BF00905525.
  4. ↑ a b c T. J. Ouellette et al.: Molybdenum(V) fluoride (Molybdenum pentalfluoride). In: F. A. Cotton (Hrsg.): Inorganic Syntheses. Band 13. McGraw-Hill Book Company, Inc., 1972, ISBN  07-013208-9 (defekt), S. 146–1150 (englisch).
  5. ↑ Dieser Stoff wurde in Bezug auf seine Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  6. ↑ A. J. Edwards, R. D. Peacock, R. W. H. Small: The Preparation and Structure of Molybdenum Pentafluoride. In: J. Chem. Soc. 1962, S. 4486–4491.
  7. ↑ Ralph F. Krause, Thomas B. Douglas: The melting temperature, vapor density, and vapor pressure of molybdenum pentafluoride. In: The Journal of Chemical Thermodynamics. 9, 1977, S. 1149, doi:10.1016/0021-9614(77)90116-1.