Michael Quaas (Rechtswissenschaftler)

Michael Quaas (* 1948 in Mülheim an der Ruhr) ist ein deutscher Fachanwalt für Medizin- und Verwaltungsrecht, Richter a. D., Lehrbeauftragter und Autor von Fachliteratur.[1][2]

Leben & Wirken

Michael Quaas studierte von 1969 bis 1973 Rechtswissenschaft in Freiburg im Breisgau, Bonn und Frankfurt am Main. 1974 erwarb er im Rahmen eines Fulbright-Stipendiums den Abschluss des Master of Comparative Law (M.C.L.) an der University of Chicago (USA). Anschließend war er während seines juristischen Vorbereitungsdienstes als Assistent am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg tätig und promovierte 1977 an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg zum Doctor iuris utriusque.[1] Von 1978 bis 1981 war Quaas zunächst Richter am Verwaltungsgericht Hamburg.[1]

Anschließend wechselte er in den Anwaltsberuf als Mitglied der Kanzlei Gleiss Lutz in Stuttgart. Seit der Gründung 1982 war Quaas Sozius der Kanzlei Zuck & Quaas und später Mitgründer der 2004 ins Leben gerufenen Kanzlei Quaas & Partner. Seitdem ist er als Fachanwalt auf Medizin- und Verwaltungsrecht spezialisiert.[3][4] Von 2008 bis 2018 war er ehrenamtlich als Richter im Senat für Anwaltssachen des Bundesgerichtshofes tätig.[1]

In den 1990er Jahren wurde Quaas zum Leiter des Fachinstituts für Verwaltungsrecht und 2005 zum Leiter des Fachinstituts für Medizinrecht des Deutschen Anwaltsinstituts (DAI) bestellt.[5][6] 1984 erhielt er einen Lehrauftrag an der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg, 2002 erfolgte seine Ernennung zum Honorarprofessor. Weiterhin wirkt er seit 1995 als Lehrbeauftragter an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.[7]

Er verfasste Bücher und Beiträge insbesondere zum Medizin- und Verwaltungsrecht sowie zum anwaltlichen Berufs- und zum Verfassungsrecht; er ist Autor von Kommentaren und anderen Veröffentlichungen.[3][8]

Auszeichnungen

Buchveröffentlichungen (Auswahl)

  • Staatliche Hilfe an Kirchen und kirchliche Institutionen in den Vereinigten Staaten von Amerika. (Dissertation), 1977
  • Das Recht des Versorgungsvertrages für Krankenhäuser und Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen. Deutsche Krankenhausverlagsgesellschaft mbH. 2000, ISBN 978-3-928083-86-7
  • Erschließungs- und Erschließungsbeitragsrecht, C. H. Beck, München 1985, ISBN 978-3-406-30622-8
  • mit Karl Müller: Normenkontrolle und Bebauungsplan, Werner-Verlag, Düsseldorf 1986, ISBN 978-3-8041-2946-7
  • Kommunales Abgaberecht, C. H. Beck, München 1997, ISBN 978-3-406-42533-2
  • mit Rüdiger Zuck & Thomas Clemens: Medizinrecht, 4. vollständig neu bearbeitete Edition, NJW-Praxis, C. H. Beck, München 2018, ISBN 978-3-406-70773-5
  • mit Rüdiger Zuck, Michael Funke-Kaiser (Hrsg.): Prozesse in Verwaltungssachen, 3. Auflage, Nomos Verlag, Baden-Baden 2018, ISBN 978-3-8487-4058-1

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c d e Dagmar Felix (Hrsg.): Auswirkungen des GKV-WSG auf Versorgungsstruktur und Wettbewerbsordnung. 2008, ISBN 978-3-8258-1517-2, S. 183 f.
  2. ↑ Die Welt (Hrsg.): Straßenausbaubeiträge: Bewährtes oder ungerechtes System? 19. Juni 2019.
  3. ↑ a b Rechtsanwalt Prof. Dr. Michael Quaas M.C.L. Abgerufen am 30. März 2021.
  4. ↑ a b Verdienstkreuz am Bande für Prof. Dr. Michael Quaas. Baden-Württemberg, 10. Mai 2016, abgerufen am 29. März 2021.
  5. ↑ Fortbildung im Medizinrecht gemäß §15 FAO. Abgerufen am 30. März 2021.
  6. ↑ Wechsel im Fachinstitut für Verwaltungsrecht: Dr. Alexander Kukk zum neuen Fachinstitutsleiter berufen. In: Deutsches Anwaltsinstitut DAI. 7. Juni 2019, abgerufen am 20. April 2021.
  7. ↑ Einladung zur Frühjahrstagung 2016. (PDF) Deutscher Anwaltverein, abgerufen am 30. März 2021.
  8. ↑ Alle Artikel des Autors Michael Quaas. f&w - führen und wirtschaften im Krankenhaus, abgerufen am 30. März 2021.
  9. ↑ Beste Anwälte Deutschlands 2017. Handelsblatt, abgerufen am 29. März 2021.
  10. ↑ Die besten Anwälte des Jahres 2018. Handelsblatt, abgerufen am 29. März 2021.
  11. ↑ Claudia Tödtmann: WirtschaftsWoche-Topkanzleien Medizinrecht 2019: Mal Krankenhauskeime, mal Kunstfehler. Wirtschaftswoche, 7. April 2019, abgerufen am 30. März 2021.