Lawessons Reagenz

Strukturformel
Strukturformel von Lawessons Reagenz
Allgemeines
Name Lawessons Reagenz
Andere Namen
  • 2,4-Bis(4-methoxyphenyl)-1,3,2,4-dithiadiphosphetan-2,4-disulfid
  • LR
Summenformel C14H14O2P2S4
Kurzbeschreibung

gelbes, übelriechendes Pulver[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 19172-47-5
EG-Nummer 242-855-4
ECHA-InfoCard 100.038.944
PubChem 87949
ChemSpider 79346
Wikidata Q419324
Eigenschaften
Molare Masse 404,47 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

221–224 °C[1]

Löslichkeit

Zersetzung in Wasser[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[2]
Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 261
P: 231+232​‐​422[2]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Lawessons Reagenz ist eine phosphor- und schwefelhaltige organische Verbindung und wurde nach seinem Entdecker, dem schwedischen Chemiker Sven-Olov Lawesson, benannt.

Herstellung

Lawessons Reagenz wird aus Phosphor(V)-sulfid und Anisol synthetisiert.[3]

Verwendung

Lawessons Reagenz hat sich als äußerst nützlich für die Herstellung von Thiocarbonylverbindungen aus Carbonylverbindungen erwiesen. Es ist reaktiver als Phosphor(V)-sulfid, P4S10, und bei höherer Temperatur ausreichend in organischen Lösungsmitteln löslich, so dass die Reaktionen in einer homogenen Lösung durchgeführt werden können. Lactame lassen sich mittels Lawessons Reagenz in Thiolactame umwandeln:[4] Ebenso lassen sich so Phosphinoxide in die entsprechenden Phosphinsulfide überführen, enantiomerenreine P-stereogene Verbindungen reagieren unter Retention der Konfiguration.[5]

Strukturformeln der Reaktion mit Lawessons Reagenz

Mechanismus

Das Reagenz steht im Gleichgewicht mit der monomeren Form. Diese reagiert in einem Mechanismus ähnlich dem der Wittig-Reaktion mit einer Carbonylverbindung.[6]

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c Datenblatt Lawessons Reagenz bei Merck, abgerufen am 14. April 2005.
  2. ↑ a b Datenblatt Lawesson reagent bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 7. April 2011 (PDF).
  3. ↑ Eintrag zu Lawessons Reagenz. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 19. September 2014.
  4. ↑ A. Padwa und M. D. Danca, Organic Letters 2002, 715.
  5. ↑ Małgorzata Kwiatkowska, Grzegorz Krasiński, Marek Cypryk, Tomasz Cierpiał, Piotr Kiełbasiński: Lipase-mediated stereoselective transformations of chiral organophosphorus P-boranes revisited: revision of the absolute configuration of alkoxy(hydroxymethyl)phenylphosphine P-boranes. In: Tetrahedron: Asymmetry. Band 22, Nr. 14–15, 31. Juli 2011, S. 1581–1590, doi:10.1016/j.tetasy.2011.08.024.
  6. ↑ Portal für organische Chemie.