Joachim Schulte (Bürgerrechtler)

Joachim Schulte (* 6. Juli 1954) ist ein deutscher Lehrer und Bürgerrechtler.

Werdegang

Schulte stammt aus Nordrhein-Westfalen und unterrichtete bis 2019 an der Albert-Einstein-Schule in Schwalbach im Main-Taunus-Kreis.[1] Seit 1978 ist er in der Schwulenbewegung aktiv.[2] 1979 nahm er am dritten Russell-Tribunal der Neuen Linke teil und engagierte sich bei der Organisation des Homosexuellen-Treffens in Frankfurt am Main, des Homolulu-Kongresses.[3] 1979 war er in Bremen Mitorganisator einer der ersten beiden Christopher Street Days der Bundesrepublik. Er war 1982 sowohl Gründungsmitglied des Bremer „Rat-und-Tat-Zentrums“ als auch Mitinitiator des Tagungshauses Akademie Waldschlösschen, wo er heute im zugehörigen Stiftungsrat sitzt.[4] Er war darüber hinaus langjähriges Vorstandsmitglied im Trägerverein des lesbisch-schwulen Kommunikations- und Kulturzentrums Bar jeder Sicht in Mainz. Mit der Gründung des Netzwerks QueerNet Rheinland-Pfalz 2005 übernahm er die Funktion des Sprechers des Netzwerks.

Im November 2012 erhielt Schulte das Bundesverdienstkreuz am Bande. Die rheinland-pfälzische Familienministerin Irene Alt äußerte in ihrer Laudatio als Begründung für die Verleihung: „Joachim Schulte setzt sich mit der notwendigen Sensibilität und Überzeugungskraft für die Gleichstellung homo- und transsexueller Menschen bei allen Parteien, Behörden, Gremien, Professionen und Institutionen ein. Dieses nachhaltige Engagement für einen Politikbereich, dem wie kaum einem anderen Anfeindungen entgegen gebracht werden, verdient öffentliche Anerkennung.“[5] Alexander Schweitzer, Generalsekretär der rheinland-pfälzischen SPD, würdigte die Verdienste Schultes folgendermaßen: „Joachim Schulte hat etwas Großartiges erreicht. Er hat maßgeblich an der Realisierung eines Gesellschaftsbildes in Rheinland-Pfalz mitgewirkt, in dem Menschen nicht nach ihrer sexuellen Orientierung bewertet oder benachteiligt werden.“

Seit 2012 ist Schulte Vorsitzender der Schwusos in der rheinland-pfälzischen SPD.[6][7] Joachim Schulte ist auch Mitglied im Arbeitskreis Schwule Lehrer und lesbische Lehrerinnen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Rheinland-Pfalz[8] und im Lesben- und Schwulenverband Rheinland-Pfalz.[9] Schulte ist Mitglied im Arbeitskreis für die Gründung einer zentralen Gedenkstätte für alle NS-Opfergruppen in Mainz.[10] Joachim Schulte ist Landeskoordinator der SchLAu(„Schwul Lesbisch Bi Trans Aufklärung“)-Projekte in Rheinland-Pfalz.[11]

Ehrungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Joachim Schulte erhält Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland
  2. ↑ Zu den Wurzeln des Bremer Schwulen- und Lesbenzentrums
  3. ↑ [1]
  4. ↑ Stiftungsflyer Akademie Waldschlösschen PDF (Memento vom 13. April 2014 im Internet Archive)
  5. ↑ Alt überreicht Bundesverdienstkreuz an Joachim Schulte (Memento vom 15. Oktober 2013 im Internet Archive) Ministerium für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen, Rheinland-Pfalz, 12. November 2012
  6. ↑ Mainz – SPD -Alexander Schweitzer: Bundesverdienstkreuz für Joachim Schulte (Memento vom 15. Oktober 2013 im Internet Archive), 13. November 2012
  7. ↑ Internetseite der Schwuso Rheinland-Pfalz (Memento des Originals vom 22. Oktober 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.schwusos-rlp.de
  8. ↑ Saarbrücken Verband will Homosexualität in Schulunterricht intensiver besprechen (Memento vom 27. Oktober 2013 im Internet Archive), Saarbrücker Zeitung, 29. November 2011
  9. ↑ Stadt und Landeszentrale für politische Bildung wollen der Mainzer Nazi-Opfer gedenken (Memento vom 23. Oktober 2013 im Internet Archive), In: Allgemeine Zeitung (Mainz), 1. August 2013
  10. ↑ Stadt und Landeszentrale für politische Bildung wollen der Mainzer Nazi-Opfer gedenken, Allgemeine Zeitung, 1. August 2013
  11. ↑ SchLAu-Projekt weitet einheitliche Aufklärungsarbeit in Deutschland aus, 7. Oktober 2013