Evangelische Kirche Laudenbach (Großalmerode)

Ansicht der evangelischen Kirche zu Laudenbach von Süden

Die Evangelische Kirche Laudenbach ist ein denkmalgeschütztes Gebäude im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis. Sie erhebt sich auf einer rundummauerten Anhöhe in Laudenbach, einem Dorf im Gelstertal zwischen den Mittelgebirgen Kaufunger Wald im Westen und Meißner im Osten. Laudenbach wurde im Rahmen der hessischen Gebietsreform am 1. Januar 1974 als Ortsteil in die Stadt Großalmerode eingegliedert.[1]

Die evangelische Kirchengemeinde Laudenbach bildet mit den Gemeinden der benachbarten Dörfer Trubenhausen, Uengsterode und Rommerode das Kirchspiel Laudenbach, das zum Kirchenkreis Werra-Meißner innerhalb der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck im Sprengel Kassel gehört.[2]

Geschichte

Historische Ansicht mit unbekanntem Aufnahmedatum

Das erstmals im Jahr 1297 als „Lutenbach“ urkundlich nachweisbare Dorf erlangte einst seine besondere Bedeutung durch die Lage an der Sälzerstraße, einem Handelsweg, auf denen das aus den Soodener Solequellen gewonnene Salz transportiert wurde. Die älteste, heute bekannte Erwähnung einer Kirche im Ort als „ecclesia parrochialis in Laudinbach et in Velmede“ stammt aus dem Jahr 1397. Allerdings kann die Bauzeit der heutigen Kirche nur geschätzt werden. Es wird angenommen, dass das früheste erhaltene Gebäudeteil aus dem 13. Jahrhunderts stammt.[1]

Kirchengebäude

Das massive Mauerwerk des Turmes an der westlichen Seite lässt vermuten, dass er einst als Wehrturm errichtet wurde, in dem die Bevölkerung in früheren Notzeiten Zuflucht finden konnte. Als ältestes Teil der Kirche wird das romanische Untergeschoss des Turmes angesehen, das wahrscheinlich um die Mitte des 13. Jahrhunderts entstand. Das später aufgesetzte spätgotische Obergeschoss ist durch einen Rücksprung im Mauerwerk deutlich erkennbar. Der Turmabschluss mit verschieferter Glockenstube und Laternenhaube wird auf 1669 oder 1692 datiert. In dieser Zeit wurden auch die Schäden des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) behoben und das Schiff erneuert. Weitere Umgestaltungen folgten in den Jahren 1836 und 1837 durch den zuständigen Landbaumeister Johann Friedrich Matthei (* 1790; † 1874). Nach seinen Plänen wurde das Schiff erhöht und im Norden erweitert. Anstelle der kleinteiligen Fenster wurden hohe Fenster mit einem Segmentbogenschluss eingebaut, die dem Kirchenraum reichlich Licht spenden. Bedeckt wird das Schiff durch ein im Osten abgewalmtes Satteldach.

Den schlichten Saal im Inneren gestaltete Matthei im klassizistischen Stil, entsprechend der Anforderungen an eine auf die Wortverkündigung ausgerichteten protestantischen Kirche des 19. Jahrhunderts. Nach dem reformierten Verständnis, in der die Predigt im Zentrum des Gottesdienstes steht, wurde das Gestühl auf den Altar und die sich dahinter erhebende Kanzel ausgerichtet. Ebenso die dreiseitig umlaufende Empore, deren hölzerne Stützen bis zur Flachdecke aufragen und die Deckenunterzüge tragen. Der früher vorhandene vergitterte Pfarrstand wurde in den 1950er Jahren bei Instandsetzungsarbeiten entfernt.

Zu den besonderen Ausstattungsstücken der Kirche gehören ein Taufstein aus rotem Sandstein mit aufgelegtem Maßwerk, das die achtseitige Kuppa umläuft. Die hölzerne Kanzel, die vermutlich um 1700 entstand sowie die Orgel von der Orgelbaufamilie Ziese aus dem Jahr 1840, mit einem Zinnpfeifenprospekt aus dreiteiligem Mittelfeld und zwei Seitentürmen.[3][4]

Denkmalschutz

Wegen ihrer geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Bedeutung wird die Kirche, mit dem sie umgebenden Wehrkirchhof und den noch vorhandenen fünf barocken Grabsteinen, als ein Kulturdenkmal geschützt. Der Bereich ist Teil der Gesamtanlage 1 Laudenbach, zu der der historische Ortskern rund um den Kirchplatz und der westliche Abschnitt der Sälzerstraße gehören. Deren Bausubstanz reicht bis in das 17. Jahrhundert zurück. Die Gesamtanlage steht aus geschichtlichen Gründen unter Denkmalschutz.[3] Im Denkmalverzeichnis des Landes Hessen hat die Kirche die Nummer 40576[5] und die Gesamtanlage I Laudenbach die Nummer 40571.[6]

Literatur

  • Peer Zietz, Landesamt für Denkmalpflege Hessen [Hrsg.]: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Hessen, Werra-Meißner-Kreis 3, Altkreis Witzenhausen. Friedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig/Wiesbaden 1995, ISBN 3-528-06228-2, S. 304 f.
  • Georg Dehio. Bearbeitet von Magnus Backes: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Hessen. 1. Auflage. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1966, S. 509.
Commons: Evangelische Kirche Laudenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ a b Laudenbach, Werra-Meißner-Kreis. In: Historisches Ortslexikon. Website des Landesgeschichtlichen Informationssystems Hessen (LAGIS); abgerufen am 11. Dezember 2025.
  2. ↑ Kirchspiel Laudenbach auf der Website des Evangelischen Kirchenkreises Werra-Meissner; abgerufen am 11. Dezember 2025.
  3. ↑ a b Langenhain. In: Peer Zietz; Landesamt für Denkmalpflege Hessen [Hrsg.]: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Hessen. Werra-Meißner-Kreis. 3 Altkreis Witzenhausen. S. 112 f.
  4. ↑ Laudenbach, Kreis Witzenhausen. In: Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Hessen I. Regierungsbezirke Gießen und Kassel. S. 509.
  5. ↑ Ev. Kirche Laudenbach, Am Kirchhof 5. In: Kulturdenkmäler in Hessen. Website des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen; abgerufen am 11. Dezember 2025.
  6. ↑ Gesamtanlage 1 Laudenbach. In: Kulturdenkmäler in Hessen. Website des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen; abgerufen am 11. Dezember 2025.

Koordinaten: 51° 13′ 55,7″ N, 9° 48′ 54,5″ O