2,2-Dichlorpropansäure

Strukturformel
Strukturformel von 2,2-Dichlorpropansäure
Allgemeines
Name 2,2-Dichlorpropansäure
Andere Namen
  • 2,2-Dichlorpropionsäure
  • 2,2-DPA
  • Dalapon
Summenformel C3H4Cl2O2
Kurzbeschreibung

brennbare, farblose Flüssigkeit[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 200-923-0
ECHA-InfoCard 100.000.840
PubChem 6418
ChemSpider 6178
Wikidata Q3012266
Eigenschaften
Molare Masse 142,97 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

1,4014 g·cm−3 (20 °C)[1]

Schmelzpunkt

20 °C[1]

Siedepunkt

190 °C[1]

Dampfdruck

0,25 hPa (20 °C)[1]

Löslichkeit

leicht löslich in Wasser (500 g·l−1 bei 20 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[2] ggf. erweitert[1]
Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 315​‐​318​‐​412
P: 273​‐​280​‐​305+351+338[3]
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

2,2-Dichlorpropansäure (Trivialname 2,2-Dichlorpropionsäure, kurz 2,2-DPA) ist eine organisch-chemische Verbindung aus der Gruppe der chlorierten Carbonsäuren. Bei ihr sind die beiden Wasserstoffatome am α-C-Atom der Propionsäure durch Chlor­atome ersetzt.

Verwendung

2,2-Dichlorpropansäure war bis 1994 in Deutschland als Herbizid zugelassen.[7] Es wirkt selektiv und wurde vor allem gegen Quecken, Gräser im Forst, Schilf, Rohrglanzgras, Wasser-Schwaden, Rohrkolben, Seggen und Binsen eingesetzt.[8]

Die EU-Kommission entschied 2002, Dalapon nicht in die Liste der zulässigen Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe aufzunehmen.[9] In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind keine Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff zugelassen.[10]

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c d e f g Eintrag zu 2,2-Dichlorpropionsäure in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 8. August 2013. (JavaScript erforderlich)
  2. ↑ Eintrag zu 2,2-dichloropropionic acid in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. Februar 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  3. ↑ Datenblatt Dalapon bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 20. Mai 2017 (PDF).
  4. ↑ Dalapon. In: EXTOXNET. 1996, abgerufen am 1. Oktober 2025 (englisch).
  5. ↑ Thomas B. Gaines, Ralph E. Linder: Acute Toxicity of Pesticides in Adult and Weanling Rats. In: Fundamental and Applied Toxicology. Band 7, Nr. 2, August 1986, S. 299–308, doi:10.1093/toxsci/7.2.299 (englisch).
  6. ↑ Eugene E. Kenaga: Toxicological and residue data useful in the environmental safety evaluation of dalapon. In: Francis A. Gunther, Jane Davies Gunther (Hrsg.): Residue Reviews. Reviews of Environmental Contamination and Toxicology. Band 53. Springer, 1974, ISBN 978-1-4612-9851-9, S. 109–151 (englisch).
  7. ↑ Entsorgungspflichtige Pflanzenschutzmittel. (PDF; 96 kB) In: landwirtschaft-bw.info. Archiviert vom Original am 23. Januar 2017; abgerufen am 1. Oktober 2025.
  8. ↑ Müfit Bahadir, Harun Parlar, Michael Spiteller: Springer Umweltlexikon. Springer, 2000, ISBN 3-642-56998-6, S. 293 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  9. ↑ Verordnung (EG) Nr. 2076/2002 der Kommission vom 20. November 2002 zur Verlängerung der Frist gemäß Artikel 8 Absatz 2 der Richtlinie 91/414/EWG des Rates und über die Nichtaufnahme bestimmter Wirkstoffe in Anhang I dieser Richtlinie sowie den Widerruf der Zulassungen von Pflanzenschutzmitteln mit diesen Wirkstoffen.
  10. ↑ Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der Europäischen Kommission: Eintrag zu Dalapon in der EU-Pestiziddatenbank; Eintrag in den nationalen Pflanzenschutzmittelverzeichnissen der Schweiz, Österreichs und Deutschlands, abgerufen am 19. Februar 2016.